Wem nützt das neue AÜG?

Interessante Betrachtungen zum 22. ES-Unternehmerforum für Zeitarbeit in Fulda

(Veranstalter. Edgar Schröder, Akademie für Zeitarbeit)

Wem nützt das neue AÜG?

Auf diese Frage gab es an diesem Tag keine Antwort…

Die Teilnehmer der Podiumsdiskussion auf dem 11. ES-Unternehmerforum in Fulda richteten den Blick auf den künftigen Umgang mit den AÜG-Änderungen

Prof. Dr. Gregor Thüsing, Direktor des Instituts für Arbeitsrecht und Recht der Sozialen Sicherheit der Universität Bonn, nahm die Bedeutung der AÜG-Reform für die Praxis gewohnt kurzweilig unter die Lupe. Dabei kam er zu der interessanten Erkenntnis, dass die Höchstüberlassungsdauer von 18 Monaten – und die damit verbundene Begrenzung der Vertragsfreiheit – nicht zu rechtfertigen sei. „Nach dem neuen Gesetz ist es zulässig, einen Arbeitnehmer über Jahre hinweg jede Woche zu weniger als Equal Pay in einem anderen Teil Deutschlands einzusetzen. Gleichzeitig ist es verboten, ihn 19 Monate in einem Betrieb zu lassen, in dem er Equal Pay bekommt und gerne bleiben würde. Das ist für mich schwer nachvollziehbar.“

Auch die Vertreter der beiden großen Zeitarbeitsverbände – Werner Stolz, Hauptgeschäftsführer des Interessenverbands Deutscher Zeitarbeitsunternehmen (iGZ), und Thomas Bäumer, Vizepräsident des Bundesarbeitgeberverbandes der Personaldienstleister (BAP), – äußerten ihr Unverständnis über die AÜG-Novelle. Werner Stolz warf die Frage auf, wem diese Gesetzesänderung eigentlich hilft: „Eine Reform zeichnet doch aus, dass sie den Menschen zugute kommt. In der Dreiecksbeziehung ‚Zeitarbeitnehmer – Personaldienstleister – Einsatzunternehmen‘ sehe ich niemanden, der davon profitiert.“